Chronik
Über die Gründungszeit des Musikverein gibt es keine verlässlichen Angaben, denn die Zeit vor dem 2. Weltkrieg ist in unserer Chronik nicht dokumentiert. Daher sind wir auf Erzählungen von "Zeitzeugen" und Berichten in verschiedenen anderen Vereinschroniken angewiesen.
Im Vereinsregister wurde das Jahr 1925 als Gründungsjahr des jetzigen Musikvereins Lindlar festgeschrieben.
Historische Aufnahmen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg zeigen, das schon ein Musikverein in Lindlar existierte. Man erkennt ihn auf Feuerwehrfesten, bei Umzügen und natürlich auf Prozessionen. In dieser Zeit, um 1925 gab es in Lindlar einen Tambourcorps und in Klespe eine Blasmusikgruppe der Familie Schwirten, zusammengesetzt aus acht Brüdern, die auf Schützenfesten und Umzügen in der Umgebung spielte. Ebenfalls in dieser Zeit bildetet sich der "Hellinger Musikverein", der nach dem Krieg zum Vorläufer des heutigen Musikvereins wurde.
Eine Aufnahme aus dem Jahre 1925 zeigt einen stattlichen Musikverein. Zu erkennen sind Leo Schwirten (linker Kreis) und Willi Schmitz (rechter Kreis), die nach dem Krieg den Musikverein wieder zusammenführten. Leo Schwirten war nach dem Krieg der erste Vorsitzende und Willi Schmitz der erste Dirigent. 
 Jägerwecken zum Hubertustag. Diese Aufnahme ist von 1954 und zeigt von links Leo Schwirten, Karl Quabach, Willi Schmitz und Franz Schmal.
 Geburtstagsständchen im Kuhstall Otto Heller in Burg, 1980. Der Stall wurde kurzerhand gesäubert und ein Fass angeschlagen. Ganz rechts Dirigent Eigen Blumberg mal als Bläser.
Nach den Wirren des Krieges fanden sich wieder Musiker unter Willi Schmitz zu Proben zusammen. 1950 übernahm Alois Bosbach den Taktstock. Die Proben hielt man damals in der Feilenhauerei Bosbach in Altenrath ab, wechselte zwischenzeitlich in die Gasttätte Prinz und später in das Gasthaus "Zur Helling". Der Verein nannte sich damals "LBO" (Lindlarer Blasorchester). Die Fünfziger und der Anfang der Sechziger Jahre waren geprägt von vielen Konzerten. Die Schützenfeste in der Helling, Lindlar, Hartegasse/Süng und Waldbruch wurden über Jahre hinweg vom Musikverein Lindlar gespielt. Das war sicher die stärkste Zeit ,des nach dem Krieg neu zusammengestellten Vereins. Ende der 60er Jahre jedoch beschränkten sich die Auftritte immer stärker nur auf Ständchen und Prozessionen, bis zwangsläufig auch die Proben nicht mehr abgehalten wurden. In den frühen 70er Jahren spielte der Musikverein im Dorfleben praktisch keine Rolle mehr.
Die Wiedergeburt des "Musikverein Lindlar" kam durch die Initiative von Martin Brombach zustande: Er verkündete während eines Frühschoppens, dass es gelingen müsse, in Lindlar wieder ein Blasorchester aufzustellen. Mit Hans Braun hatte er auch genau den Richtigen an seiner Seite. Dieser trommelte Musiker zusammen und am 17. Juni 1974 traf man sich in seinem Gartenhäuschen zur ersten Probe. Acht Musiker und drei Schüler bildeten die Gruppe unter der Leitung von Eugen Blumberg.
Schon bei einem Konzert 1979 in den Lagerhallen der Firma Tabak Lob hatte man mit 23 Musikern eine stattliche Gruppe auf die Beine gestellt. Zu der Zeit wurden überwiegend Ständchen gegeben und auf kleineren Feiern gespielt. Ab 1981 schlug man mit dem Musikalischen Frühschoppen am Schützenfest-Montag ein weiteres Kapitel auf. Eugen Blumberg, der bis dahin ständig Aufbauarbeit leistete, konnte diese Konzerte leider nur zweimal präsentieren, ehe er 1983 plötzlich verstarb.
Ein junger Verein ohne Dirigent war zum Scheitern verurteilt. Doch noch im gleichen Jahr konnte man mit Johann Plitzko einen Nachfolger vorstellen. Er, als Kirchenmusiker ein Fachmann, vermittelte den Mitgliedern sein Wissen und Können und führte die Gruppe ständig weiter nach oben. Der Verein führte Uniformen ein und präsentierte sich damit auch optisch gut. Das erste eigene Konzert 1988 führte den Musikverein Lindlar auf einen neuen Weg. Mit Gästen aus Riffian/Tirol, 1991 dann mit Musikern aus Obersasbach/Schwarzwald, präsentierten die Lindlarer Bläser volkstümliche Abende. Durch diese erfolgreichen Veranstaltungen festigte man sich weiter im Verein und auch in der Bevölkerung.
1993 verliess Johann Plitzko aus gesundheitlichen Gründen den Verein und der Nachfolger Martin Collas brachte weitere fünf Jahre ständige Weiterentwicklung. Durch ihn wurde der Verein als eine volkstümliche Gruppe über die Grenzen von Lindlar hinaus bekannt.
In all diesen Jahren stand dem Verein Hans Braun als Vorsitzender vor. Er war der Initiator der Wiederbegründung und über 20 Jahre verantwortlich für die Geschicke des Vereins, ehe 1994 sein Sohn Lothar ihn ablöste. Mit der Einrichtung der Weihnachtskonzerte und der "Haxenfete" setzte er weitere Akzente im Vereinsleben und im Vereinskalender der Bevölkerung. In dieser Zeit wurden auch die Grundsteine der Jugendarbeit gelegt und 1995 mit der ersten Ausrichtung der "Leuchtenden Phantasie" eine mittlerweile weit über die Grenzen hinaus bekannte Veranstaltung durchgeführt.
Die Weichen waren gestellt, als ein nächster Schlag die Musiker traf. Martin Collas musste aus beruflichen Gründen den Taktstock niederlegen. Mit Detlef Sonnenschein fand man nach langer Suche 1998 einen Nachfolger, der aber schon nach einem Jahr durch einen tragischen Unfall dem Verein nicht mehr vorstehen konnte. Vier Monate später wurde mit Olaf Brandes der neue Mann vorgestellt, der im Jubiläumsjahr 2000 zum ersten Mal mit dem Musikverein ein eigenes Konzert aufführte. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag klar in der Verbesserung der Technik und darin den Verein nicht nur in der Volksmusik sondern auch im Bereich der Konzertanten Musik weiterzubringen.Auch in der Jugendarbeit leistete er viel Pionierarbeit indem er das Jugendorchester weiter aufbaute und betreute.
Nach nur 2 Jahren als Dirigent des Lindlarer Musikvereins veließ auch Olaf Brandes Lindlar, um im Süddeutschen eine Vollzeitstelle anzutreten.
2001-heute
Schon Anfang 2001 konnte der Vorstand, unter Leitung von Georg Höller, seinen Musikern Holger Havemann als Nachfolger von Olaf Brandes präsentieren.Unter seiner musikalischen Leitung erlebte die Jugendarbeit erneut einen Aufschwung, von dem der Verein, in Form von jungen motivierten Musikern, immer wieder profitiert. Musikalisch bleibt der Verein seinen volkstümlichen Wurzeln treu.
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